Montag, 31. März 2008

Ein Wochenende in Prag...

Obwohl ich eigentlich sehr viele Dinge für die Uni zu erledigen gehabt hätte, habe ich in den Osterferien in dieser Hinsicht natürlich fast nichts hinter mich gebracht. Deswegen war ich ziemlich in Verzug mit meinen Assignments und so weiter. Trotzdem hatte ich allerdings auch jetzt keine Zeit alles nachzuholen, denn bereits am Tag nach unserer Wiederankunft in Ljubljana traten wir unsere nächste Reise an: PRAG!

Am Donnerstag, den 28.03. traf sich etwa 100 Leute am Parkplatz Dolgi Most (anderes Stadtende), wo uns unsere Buse abholten. Eigentlich sollten wir bereits um 22:00 starten, jedoch kamen wieder mal einige Leute (Franzosen und 3 sehr unsympatische Portugiesinnen, die sich noch nicht sehr viele Freunde machen konnten) am Parkplatz ein. So traten wir bereits mit Verspätung die beschwerliche lange Reise nach Prag an. Sehr störend empfanden wir es, dass immer schon nach 1,5 Stunden eine Pause eingelegt wurde. So wurde man immer, wenn man sich gerade in irgendeine halbwegs angenehme Schlafposition gezwungen hatte und gerade die Augen geschlossen hatte wieder aufgeweckt. Die Pausen sollten dann zwar nur 10-15 Minuten dauern, wurden allerdings durch diverse zu spät Kommende unnötig verlängert.
Am Morgen als alle wieder munter waren machten wir dann nochmal bei einer Raststätte halt. Es wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht sofort in die Unterkunft fahren würden, sondern dass uns unser Bus ins Zentrum von Prag bringt, wo gleich die Stadtführung beginnt. Erst um 15:00 würde er uns wieder abholen und in die Unterkunft bringen. Alles was wir an diesem Tag also brauchen sollten wir uns mitnehmen. So wurde allerhand umgepackt und die ganze Gruppe bewegte sich außerdem auf die Raststätte zu, um sich dort Zähne zu putzen. Natürlich ernteten wir einige verwunderte Blicke, aber Hygiene geht eben vor :-)
Nach 11 quälenden Stunden im Bus und etlichen unnötigen Pausen kamen wir dann also endlich in Prag an. Im Preis inbegriffen war eine Führung durch die Stadt mit einem "professional guide" - naja, dieser professional Guide war halt ein Mitarbeiter der Sou, trotzdem hat er sich jedoch sehr viel Mühe gegeben und hat uns wirklich alle wichtigen Infos gegeben, obwohl ich manchmal am Wahrheitsgehalt seiner Erzählungen gezweifelt habe...
Wir beendeten unsere Stadttour um etwa 12:00 auf der Karlsbrücke. Wir hatten jetzt 3 Stunden Zeit, um uns selbst auf Entdeckungstour zu begeben. Das Wetter war wunderbar in der Tschechischen Hauptstadt und so schlenderten wir noch etwas durch die Straßen. Zu Mittag aß ich zusammen mit Maria, Laura, Emilia und Ascha (eine Polin, von der ich keine Ahnung habe, wie man ihren Namen schreibt) bei Bellini, einem italienischen Restaurant, wo es mir wirklich sehr gut geschmeckt hat.
Eigentlich wollten wir noch ein bisschen shoppen, da sich Prag für diese Freizeitaktivität wirklich ausgesprochen gut eignet, unsere Müdigkeit war jedoch zu groß und dementsprechend niedrig war unsere Motivation. So beschränkten wir uns auf die wirklichen Gebrauchsgegenstände: Socken für Laura und Labello für mich (hatte meinen in meiner Tasche, die ich ja zu Hause in Ktb. vergessen hatte...)

Um 15:00 traf sich die Gruppe wieder beim Pferd beim Hauptplatz und wir wurden vom Bus in die Unterkunft gebracht. Wir waren mit zwei Bussen unterwegs und da die beiden Hälften der Reisegruppe in unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Unterkünften wohnten konnten Maria und ich nicht zusammen mit Laura ein Zimmer nehmen. So quartierten wir uns zusammen mit Laurienne und Sandra (den zwei Französinnen), Uschi aus Wien und Senja aus Mazedonien ein. Unser Zimmer teilte sich zusammen mit 6 Spaniern (oder so) aus dem Nachbarzimmer ein Badezimmer. Das Blöde an diesem Bad war, dass die WC-Tür nicht wirklich für Intimsphäre sorgte, da das untere Ende der Tür ca. in der Mitte des Oberschenkels aufhörte - und das wenn man davor stand!!!! Es war also ziemlich unangenehm, als Frau dieses WC zu benützen...

Nach diesem anstrengendem Tag war noch ein Dinner mit tschechischen Spezialitäten geplant. Auf Umwegen (wir nahmen die falsche Ubahn) kamen wir in dem Restaurant an. Das Essen war eher denkwürdig, wobei ich mir eigentlich sowieso nichts anderes erwartet hatte... Ich aß Marinierten Camembert (tschechische Spezialität????), Gegrilltes Hühnchen mit Pilzen und Reis (etwa 2 Pilze waren dabei) und Apfelstrudel (der war gut).
Anschließend wollte der Großteil der Studenten in einen größeren Klub in der Stadt. Unser Tisch war der letzte, der zum Zahlen kam, deswegen war die Gruppe schon weg und wir hatten keine Ahnung wohin wir eigentlich mussten. Wir fanden jedoch noch ein paar Leute (nämlich die unhöflichen) von der Sou und schlossen uns - wie es den Anschein machte ganz zu ihrem Missfallen - ihnen an. Blöderweise wussten auch die nicht, wo der Klub war und so irrten wir etwa eine Stunde ohne Orientierung durch Prag. Endlich hatten wir den Klub gefunden und stellten fest, dass dafür Eintritt verlangt wurde. Es gab zwar auch noch ein Pub gleich daneben, doch dieses war so voll, dass wir keinen Platz mehr hatten. Also beschlossen wir, unsere Energie für den nächsten Tag/Abend aufzusparen und fuhren nach Hause.

Am folgenden Tag wurde erst mal gut gefrühstückt. Beim Buffet wurden neben den herkömmlichen Dingen wie Brot, Butter, Marmelade, Wurst und Käse auch Kuriositäten wie Paprikajoghurt geboten - das war mir dann in der Früh allerdings doch etwas zu viel zum Kosten :-)
An diesem Samstag stand eine Besichtigung des Prags jenseits der Moldau auf dem Programm. Zu Beginn begaben wir uns nach Strahov zum Spartakiádní Stadion (offiziell Strahov-Stadion), welches noch bis 2002 als das weltweit größte Stadion im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet war. Ich konnte nicht genau herausfinden, warum das jetzt nicht mehr so ist, denn noch wurde lt. meinen Recherchen der Rekord von 300000 Besuchern nicht gebrochen... komisch!!
Danach besuchten wir den Hradschin mit der Burg. Der Hradschin ist übrigens nicht nur die Burg alleine, sondern der ganze Hügel. Dort befinden sich nämlich mehrere Gebäude (unter anderen auch der Veitsdom und die St. Georgs Basilika) und drei Burghöfen die durch kleine malerischen Gassen verbunden sind. In einer dieser Gassen fanden wir auch das Haus von Kafka :-)
Die Führung war wieder recht bald erledigt und wir waren wieder auf eigener Faust unterwegs. Maria und ich schauten uns auf dem Hügel noch etwas um, besichtigten den Veitsdom und trafen uns dann mit Laura, um wieder in die Altstadt zu gehen. Da wir es am Vortag nicht geschafft hatten, wollten wir jetzt versuchen auf Shopping Tour zu gehen, die Kauflust packte uns jedoch nicht und wir schlenderten wieder durch die kleinen belebten Gassen. Am Nachmittag kosteten wir dann noch eine besondere Spezialität auf dem Markt: Trdlos - Teigrollen mit Zucker und Zimt (siehe Fotos), welche uns ausgesprochen gut schmeckten. Sollte ich jemals wieder in Prag sein (was bestimmt vorkommt) esse ich sicher wieder ein Trdlo!!!

Am Abend gingen Maria, Laurienne, Sandra und ich mit einigen aus dem anderen Bus in eine kleine Pizzeria. Bevor wir uns dann in den größten Nachtklub Prags aufmachten, saßen wir noch eine Weile alle (etwa 20 Personen) in der Unterkunft der anderen zusammen. Ungefähr um Mitternacht brachen wir auf und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Leider erwischten wir jedoch die falsche Bushaltestelle und hatten so einen 40-minütigen Fußmarsch zu bewältigen bis wir endlich im Klub ankamen. Die Disko hatte 4 Stockwerke auf denen verschiedene Musikrichtungen gespielt wurden. Wir hatten jede Menge Spaß dort und hielten es auch bis in die frühen Morgenstunden aus.
Trotzdem konnte ich nach diesem langen Tag die letzten paar Meter kaum noch gehen, da meine Füße dermaßen schmerzten.
Um 12:00 sollten wir uns wieder an der Bushaltestelle zur Abreise treffen. Allerdings fehlte eine Person als die Gruppe durchgezählt wurde. Dieser Spanier war auch nicht mehr in der Unterkunft und reagierte auf keine Anrufe. Deswegen fuhr der Bus ab...
Nein natürlich nicht zurück nach Laibach, sondern in ein Shopping Center am Stadtrand, wohin der Typ (ich habe seinen Namen vergessen) kommen sollte. Er hat es blöderweise nicht gefunden und so mussten wir um 14:00 nochmal zurück in die Stadt fahren um ihn abzuholen. So hatten wir wieder mal Verspätung. Dazu kam dann noch, dass wir aus irgendeinem Grund - welcher das war, weiß keiner so genau - in Tschechien nicht auf der Autobahn fuhren sondern bis zur Grenze auf Landstraßen dahingondelten. So waren wir dann erst ungefähr um Mitternacht zurück am Parkplatz Dolgi Most.

Trotz der höchst ungemütlichen Busfahrt war es ein unvergessliches Wochenende und ich werde bestimmt wieder nach Prag fahren. Zumindest haben Maria, Laura und ich schon mal eine Idee im Kopf, dass wir uns nächstes Jahr in dem Cafe wo wir Mojitos tranken wieder treffen werden :-)

Mittwoch, 26. März 2008

Heimurlaub über Ostern

Da ich es schon seit fünf Wochen aus Zeitmangel aufschiebe, meinen Blog zu aktualisieren, habe ich mich nun endlich dazu entschlossen, wieder mal ein bisschen was über mein Dasein im südöstlichen Nachbarland Österreichs zu erzählen.
Eigentlich ist heute schon der 13. April, trotzdem poste ich die Einträge mit dem Datum, zu dem sie gehören :-)

Nach unserem Ausflug nach Zagreb blieben uns nur noch wenige Tage in Slowenien, bis endlich die Osterferien begannen, in denen wir unseren Heimurlaub antraten. Der Aufenthalt in der Ice-Bar hat mir so ziemlich den Rest gegeben und ich hatte mich wieder verkühlt. Ich vorlor im Laufe der folgenden Tage wieder meine Stimme und war deshalb um so mehr froh, endlich nach Hause zu kommen um mich auszukurieren. Am Donnerstag um 16:00 war es dann so weit. Damit wir unseren Zug auch ja erwischten und noch etwas essen konnten, verließen wir die Vorlesung, die eigentlich bis 14:00 dauerte schon früher um zu Hause unser Gepäck zu holen. Um ungefähr 15:30 waren wir dann am Bahnsteig. Nachdem wir dieselbe slowenische Lautsprecherdurchsage dann zum 10. Mal gehört hatten, verstanden wir zu unserer großen Enttäuschung endlich, dass unser Zug 35 Minuten Verspätung hatte. Also saßen wir eben noch eine halbe Stunde länger am Bahnsteig.
Erst im Zug realisiert ich, dass mein Anschlusszug ja nur 10 Minuten nach Ankunft des ersten Zuges in Schwarzach St. Veit abfuhr und ich wurde etwas unruhig. Ich versuchte mich mit dem Schaffner zu verständigen, da er allerdings nicht Englisch konnte und mein Slownisch nicht ausreichte musste eine Frau übersetzen was ich wollte. Er versicherte mir, dass wir bis Schwarzach nur noch 10 Minuten Verspätung hätten und ich war erst einmal beruhigt, wollte allerdings trotzdem später noch einen österreichischen Schaffner fragen.
Endlich waren wir über der Grenze und unser Zug hatte noch immer eine halbe Stunde Verspätung. Nun wurde ich schon wieder etwas nervöser, vor allem, da mir der Schaffner kurz vor Villach sagte, er könne noch keine genaue Aussage machen, wir werden sehen wieviel Verspätung wir haben wenn wir näher an Schwarzach St. Veit sind.
Trotzdem alarmierte ich meine liebe Familie zu Hause, die sofort im Internet nachschauten, wann denn der nächste Zug von Schwarzach nach Jenbach fuhr... diese Information war aber mehr als enttäuschend. Ich müsste in Schw. 2 Stunden warten um dann 6 Stunden lang im Zug zu sitzen und irgendwann in den frühen Morgenstunden in Jenbach anzukommen (normale Ankunft: 22:00) Das war natürlich also keine Option. Jetzt fiel Maria eine andere Möglichkeit ein, wie ich doch noch am selben Tag meine geliebte Heimat erreichen könnte, dazu hätte ich allerdings bereits bei der nächsten Station aussteigen müssen um mit ihr dann bis Mittersill zu fahren, wo mich meine Eltern abgeholt hätten. Jetzt musste ich es einfach wissen, ob mein Anschlusszug warten würde und ich lief quer durch den ganzen Zug bis ich endlich ganz hinten den Schaffner fand. Ich redete unendlich schnell auf ihn ein, dass es sehr dringend ist, dass ich noch heute zu Hause ankomme etc. woraufhin er jemanden aus dem anderen Zug anrief. Dieser teilte ihm mit, dass auch sie eine Verspätung von 10 Minuten hätten und ich so leicht noch umsteigen könnte.
Jetzt war ich beruhigt, verabschiedete mich von Maria und setzte mich zurück in mein Abteil. Trotzdem konnte ich nichts mehr tun, als die Minuten zu zählen und die Verspätung ausrechnen, die wir gerade hatten. (Zu meinem großen Erstaunen hatte der slowenische Schaffner Recht - mit einer Verspätung von genau 10 Minuten kamen wir in Schwarzach St. Veit an)
Sofort stürmte ich aus dem Zug und wechselte so schnell wie möglich den Bahnsteig indem ich einfach mit Sack und Pack über die Gleise lief (was die anderen Passagiere übrigens auch taten). Dort angekommen entnahm ich der Bahnsteiganzeige, dass mein Anschlusszug noch immer erst in 5-10 Minuten ankommen würde.

Die restliche Reise verlief gut. Der Zug holte sogar noch ziemlich auf und wir kamen pünktlich um 22:04 in Jenbach an, wo ich von meinen Eltern abgeholt wurde.

In den Osterferien zu Hause konnte ich mich endlich so richtig auskurieren und erholen. Noch am ersten Wochenende holte meine Mama eine ganze Tasche voll verschiedenster Medikamente, um mich wieder aufzupäppeln.

So war ich gleich wieder fit um meinen Geschäften zu Hause nachzugehen: Ich traf meine Familie und meine Freunde wieder, fuhr wieder mal nach Ibk um dort unsere Stammgeschäfte zu besuchen, kümmerte mich um meinen Praktikumsplatz für den Herbst, fuhr mit Mama, Papa und Tamara nach München in den Botanischen Garten und in die Stadt, färbte Ostereier, feierte ein wunderbares Osterfest und verbrachte vor allem auch sehr viel Zeit in meiner Karterrunde (dich ich jetzt direkt vermisse ;-) )
Es war so angenehm zu Hause, dass ich meinen Urlaub dort sogar noch verlängerte. An und für sich wollte ich bereits am Ostermontag wieder nach Ljubljana zurückkehren, verlängerte dann allerdings noch und fuhr erst wieder am Mittwoch, den 26.03. früh am Morgen zurück.
In Spittal stoß dann auch Maria zu mir und wir kamen zusammen um ungefähr halb 3 wieder in unserer Wohnung an.

Sonntag, 9. März 2008

Zagreb

Nachdem ich mich am Freitag ziemlich gut erholt hatte und sogar wieder normal reden konnte, beschloss ich, doch zusammen mit Maria am Samstag nach Zagreb zu fahren. :-)

Unser Zug fuhr schon um 08:35 los, wir mussten also ziemlich früh aufstehen, damit wir auch ja pünktlich am Bahnhof waren und unsere Tickets noch kaufen konnten. Man weiß hier ja nie, in welchen Abständen die Busse so kommen...
So waren wir schon um 07:45 am Bahnhof und trafen dort zu unserem Erstaunen Janne (Finnland), der auf sein gemietetes Auto wartete. Dieses Wochenende ist nämlich seine Familie zu Besuch in Ljubljana und er unterhielt sie indem er mit ihnen einen Ausflug zu den Škocjan Caves machte.
Wir machten unsere letzten Besorgungen: Zugticket, Jause, Zeitung und gesellten uns noch eine Weile zu ihm. Wir blieben nicht lange zu dritt, denn schon kamen die nächsten Bekannten vorbei: Laura (Slo) und Panu (Fi), die zu einem anderen Finnen, den wir noch vom ersten Sprachkurs kennen (Tuomo), nach Maribor fuhren. Schon lustig, wen man am Bahnhof so trifft... Apropos Bahnhof: Zeugen Jehovas gibt es auch in Ljubljana und auch hier bekommt man jede Menge Hefte mit. Allerdings heißt es hier nicht "Der Wachturm" sondern "Awake" (ja... es gibt sie sogar in Englisch!!)

Wie auch immer, kam unser Zug pünktlich um 08:35 und wir besetzten sofort das erste freie Abteil auf dem 2 stand. Komischerweise unterschied sich unser Abteil nicht von dem, auf dem 1 stand... Wir dachten jedoch nicht weiter darüber nach und machten es uns gemütlich. Bis ... ja bis die Schaffnerin kam... und uns verjagte, da wir ein Zweite-Klasse-Ticket hatten und so nicht in der ersten Klasse sitzen dürfen. Ich wieß sie darauf hin, dass auf unserem Abteil 2 steht, doch sie erwiederte nur barsch, dass dies die Nummerierung der Abteile sei ... Ups!!!
Die anderen Abteile waren natürlich schon ziemlich voll. Doch für diese Zwei-Stunden-Fahrt reichte uns natürlich auch weniger Platz.
An der Grenze hatten wir einen ziemlich langen Aufenthalt. Wir mussten unsere Pässe und Tickets 3-4 Mal herzeigen und wurden mehrmals gefragt, ob wir irgendetwas illegales bei uns hätten. So erreichten wir mit einer Verspätung von einer halben Stunde Zagreb und besorgten uns sofort einen Stadtführer, der wie wir leider zu spät feststellten Kroatisch war. Zumindest konnten wir so jedoch mit Hilfe des Stadtplanes zur Touristeninformation finden. Dort angelangt deckten wir uns mit Stadtführern, Stadtplänen und so weiter ein und starteten unsere Sight-Seeing-Tour.
Die Stadt Zagreb ist wirklich sehenswert. Auch hier kann man sehr gut sehen, welchen Aufschwung die Stadt jetzt erlebt und man findet moderne Bauten neben alten Ruinen. Auf der Hälfte unseres Rundganges begann es leider zu regnen, doch wir waren für diesen Fall ausgerüstet, packten unsere Schirme aus und setzten unsere Tour fort.
Um ca. halb zwei trafen wir uns mit der finnischen Laura, die schon am Freitag mit zwei anderen Finnen nach Zagreb gefahren war, im Zentrum und gingen zusammen Mittagessen.
Mit vollgeschlagenen Bäuchen wollten wir dann Lauras Begleiter wieder treffen, damit sie ihr restliches Gepäck wieder bekam, um dann das Museum Mimara anzusehen. Leider dauerte es eine Weile, bis wir die Finnen gefunden hatten und hatten dann keine Zeit mehr, um uns das Museum anzusehen, da es schon um 17:00 schloss. Deswegen setzten wir uns mit den beiden in ein Cafe und tranken Tee/Kaffee, während die zwei Männer Bier und Schnaps tranken. Unbedingt beeindruckt haben mich die beiden nicht und ich genoss ehrlich gesagt ihre Anwesenheit nicht wirklich, deswegen war ich froh, als wir 3 uns wieder auf den Weg machten um noch irgendetwas von Zagreb zu erkunden.
Wir machten also noch die zweite Stadttour, die vor allem durch schöne Grünanlagen und in verschiedene Parks führt und beendeten unsere Tour um 17:00 am Bahnhof. Da unser Zug allerdings erst um 18:10 abfuhr, mussten wir noch eine Stunde irgendwie überbrücken.
Wir beschlossen also, uns noch in irgendein Lokal zu setzen und wie es der Zufall so wollte, entdeckten wir eine Ice-Bar... Das wollten wir uns natürlich näher ansehen. Wir bezahlten 30 Kunas Eintritt und bekamen dafür Wärmedecken-Mäntel, Kappen, sehr warme Handschuhe und ein Glas Bier und konnten so die Eisbar betreten... Trotz der Wärmeüberzüge hatten wir extrem zu kalt in dem -15° Raum, in dem ein sehr starker Wind wehte. Außerdem war in dem Preis ein Foto von uns inbegriffen, das wir nach unserem Besuch mitnehmen durften.
Obwohl wir uns danach nur schwer wieder aufwärmten (vor allem auch deshalb, weil die Heizung im Zug nicht funktionierte), war der Besuch in der Ice-Bar sehr lustig.

Die Fotos zu meinem Zagreb-Trip könnt ihr euch natürlich wie immer in meiner Bildergalerie ansehen!!

So und jetzt muss ich mich meinen 1000 Assignments zuwenden :-(
Man liest sich - zumindest noch einmal bevor ich am Donnerstag meine Oster-Heimreise antrete *freu*

Donnerstag, 6. März 2008

Die Woche danach!

Nach einem derartig ereignisreichen Wochenende auch noch eine anstrengende Woche zu haben ist wirklich extrem!!! Ich kann das bezeugen.
Der Montag war für Maria und mich schon gleich ein äußerst aktiver Tag. Wie schon letzte Woche erwähnt, wollten wir uns einem Aerobic-Programm anschließen. Damals hat uns eine sehr unhöfliche Frau gleich wieder weggeschickt. Deswegen versuchten wir es dieses Mal etwas früher. Der Kurs startete um 13:30, weshalb wir schon um 13:00 an der Tür der zuständigen Person klopften. Ein Mann öffnete uns, der uns sehr nett empfing und sich über unser Interesse an seinem Sportkurs freute. Er informierte uns, dass wir als "Nicht-Studenten-der-Pädagogischen-Fakultät" nicht gratis teilnehmen können. Wir müssten € 20,-- zahlen und könnten dann das ganze Semester lang immer wenn wir wollen an den Sportmöglichkeiten teilnehmen. Nach einer kurzen Beratung mit Maria willigten wir ein und konnten uns gleich umziehen, um um halb 2 beim Aerobic mitzumachen...
Wir hatten natürlich keine Ahnung, was auf uns zukommt und ich war durchaus etwas nervös, da ich mich mit meiner schwachen Kondition nicht blamieren wollte. Das war eine volle Stunde Training pur. Zu meinem großen Erstaunen konnte ich mithalten. :-)
Auf das Parlament-Pub-Erasmus-Treffen verzichteten wir diese Woche nach dem Slowenisch Kurs jedoch wie die meisten derjenigen, die in Kranjska Gora waren. (nur die Portugiesen waren da...)

Am Dienstag beging ich nun einen großen Fehler. Maria und ich hatten eigentlich nichts für den Abend geplant. Doch Joffrey (F) lud uns nach der Vorlesung auf eine Geburtstagsparty eines/einer seiner Freunde ein. Obwohl sich mein Hals schon am Abend nicht mehr so gut anfühlte, sagten wir trotzdem zu und fuhren um 22:00 ins Studentenheim. Der slovakische Freund von Joffrey war dann eine Freundin, die wir noch nie gesehen hatten. Trotzdem freute sie sich, dass wir auch auf ihre Party kamen :-)
Das große Übel dort war allerdings der extreme Zigarettenrauch. Auch wenn mir das normalerweise nichts ausmacht. War es für meine Atemwege einfach zu viel und bereits nach einer halben Stunde war meine Stimme futsch.
Trotzdem begleiteten wir Laurienne (eine Französin) noch auf die legendere Dom-A-Party, welche jeden zweiten Dienstag stattfindet. Es handelt sich hier um eine Kellerparty im Block A des Studentenheimes. Dort war extrem viel los und es wurde wieder extrem viel geraucht. Um ungefähr 1:00 war es mir deshalb genug und wir riefen uns ein Taxi.
An diesem Tag begann es in Ljubljana übrigens extrem zu schneien, noch etwas, was für meine Erkältung sehr förderlich war.

Am nächsten Tag, gestern, war es mit meiner Stimme endgültig vorbei. Die Vorlesung begann schon um 08:30. Maria beschloss, gar nicht hinzugehen und ich kam erst auf 09:10 oder so. Und da saß ich dann mit meiner Thermosflasche voll Tee und konnte mit niemandem reden, da ich keinen Pieps mehr herausbrachte :-(
Zu Mittag trafen sich Maria und ich um uns für die Balkantour in den Spring-Holidays anzumelden. Nach langem Hin und Her beschloss ich mich nämlich doch, daran teilzunehmen. Wir hatten Glück, denn es gab insgesamt nur 45 Plätze und wir waren bereits 2 der letzten 5.
Zu Mittag probierten wir gestern etwas Neues: "Da Bu Da", ein Thailänder im Zentrum Ljubljanas. Dieses Lokal zog schon mehrmals von außen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ich muss schon sagen - dieses Restaurant gehört jetzt zu meiner Bestenliste :-)
Vor allem die Toilette war sehr ansehnlich: Das Waschbecken war nämlich nicht normal, sondern das Wasser floss dort in Stufen ab... so wird Händewaschen zu einem Erlebnis *gg*
Der Slowenisch-Kurs, bei dem es natürlich hauptsächlich darum geht, seine Sprachfähigkeiten zu üben, war für mich der Horror. Neja war allerdings so gütig, mich nachdem ich mich einige Male sehr plagen musste, nicht mehr dran zu nehmen und so konnte ich meine Stimmbänder mit Schweigen schonen.

Heute hatten wir unseren ersten Test: Wir mussten für Globalization and International Trade, ein Kapitel aus einem Buch lesen, was übrigens sehr interessant war. Um zu überprüfen, ob wir es auch wirklich gelesen hatten, mussten wir zu Beginn der Vorlesung zwei Aufgaben bearbeiten, die daraus bestanden, eine ökonomische Theorie anhand von Beispielen, die in dem Artikel erwähnt wurden, zu erläutern. Gar nicht so einfach, doch ich denke, wir haben das schon irgendwie gemeistert.
Die Vorlesung selbst war extrem langweilig und ich musste einige Male extrem mit dem Schlaf kämpfen, deswegen war ich sehr erleichtert, als der Lektor endlich um 14:00 das Ende und somit für uns das Wochenende ankündigte.

Auf unserem Nach-Hause-Weg schauten Maria und ich heute noch beim Bahnhof vorbei. Wir spielen nämlich mit dem Gedanken, einen Ausflug nach Zagreb zu machen. Das Zugticket kostet erstaunlicherweise nur 18,40 mit der österreichischen Vorteilscard. :-) Wir haben das Ticket jedoch noch nicht gekauft. Ich muss erst mal sehen, ob es mir am Wochenende wieder besser geht...
Marias Tutorin, Laura, hätte heute eigentlich irgendetwas geplant. Ich habe ihr jedoch schon abgesagt, da ich lieber wieder gesund werde und auch Maria hat keine Lust mehr...
Wir werden uns jetzt schön gemütlich auf die Couch begeben und uns mit "Germany's next Topmodel" amüsieren...
(Für alle, die sich jetzt denken "Oh Gott!!!" - ich stehe wenigstens dazu!!!!!)

Sonntag, 2. März 2008

Ein Wochenende in Kranjska Gora...

Jetzt ist es vorüber, das Erasmus-Wochenende in Kranjska Gora... Obwohl es wirklich super war da oben, bin ich jetzt wirklich froh darüber, wieder in unserer gemütlichen Wohnung zu sein und saubere Kleidung zu tragen!!!! :-)

Zu den Einzelheiten:
Am Freitag um 15:45 trafen sich ungefähr 120 Studenten auf dem Tivoli-Parkplatz um zusammen ihre Reise in den Schi-Ort Kranjska Gora anzutreten. Zu meinem großen Missfallen hatten nur wenige Ski-/Snowboardausrüstung dabei und so sah ich (meiner Meinung nach) unter all diesen Menschen mit wenig Gepäck aus wie ein Packesel, als ich mit meinem Rucksack, meiner Reisetasche und meinem Snowboard angetrottet kam... Ich fand jedoch bald Laura (FI), die auch so einiges dabei hatte und war beruhigt, nicht mehr die einzige zu sein!
Die riesige Gruppe wurde auf drei Busse verteilt und schon ging die Reise los. Nach einer sehr unspektakulären Fahrt kamen wir bei Dunkelheit in Kranjska Gora an und wurden gleich zu unseren Häusern begleitet. Ja - Häuser!! Für uns wurde nämlich ein drei- oder vierstöckiges Haus mit lauter 4-6-Bett-Zimmern gebucht. Da jedoch nicht alle in diesem einen Haus Platz hatten, wurde einfach noch ein zweites Haus gemietet.
Ich teilte mir mit Maria, Laura und Dori (eine Ungarin, die wir bis vor 5 Minuten noch nicht kannten) ein Zimmer mit zwei Stockbetten, einem Waschbecken und einem Fenster. Es war relativ schwierig, unsere Sachen darin zu verstauen, aber für ein Wochenende war dieses Zimmer wirklich leicht genug!!
Im Keller des Haupthauses befand sich der Partyraum. Dort holten sich alle gleich mal Bier oder ähnliches um den größten Hunger zu stillen. Gegessen wurde in einer naheliegenden Pension (3 min zu Fuß). Dies war beim besten Willen kein Gourmet-Lokal, doch wir waren ja schon an das fade Essen in Slowenien gewöhnt und so schlugen wir uns eben mit was auch immer es gab, die Mägen voll.
Am ersten Abend wurde also gleich ausgiebig gefeiert. Ich lernte viele neue Leute kennen und hatte einen Riesenspaß mit den alten und den neuen Kollegen. Natürlich konnten wieder mal nicht alle Anwesenden ihre Grenzen einschätzen und die Party eskalierte für einige sogar so weit, dass ein Student Kontakt mit der Polizei machen musste. An mir ging dieses Geschehen spurlos vorüber - ich hörte nur am nächsten Tag davon...
Der nächste Tag wurde mit Sportprogramm gefüllt. Wir hatten die Wahl, die Pisten von Kranjska Gora zu erkunden oder den Tag im Hallenbad zu verbringen. Ich wählte natürlich die erste Option, obwohl das Wetter schon am Morgen sehr bedrohlich aussah. Zusammen mit Laura machte ich mich deshalb schon zum frühestmöglichen Frühstück auf den Weg um pünktlich um 10:00 gestellt zu sein.
Wir waren auch pünktlich, was man von anderen nicht behaupten kann, konnten uns jedoch nicht alleine auf den Weg zur Piste machen, sondern mussten auf alle anderen warten, die sich noch Skiausrüstung (Anzüge, Schuhe, Ski) ausleihen mussten. So kamen wir erst um ca. 11:00 auf die Piste.
Insgesamt meldeten sich 10 Personen zum Skifahren/Snowboarden (glaube ich), es formten sich jedoch gleich kleine Gruppen, die den Tag zusammen verbrachten. Wir waren zu viert: Laura, Panu (beide Finnland), Dani (Spanien) und ich.



Wie ihr im Hintergrund schon sehen könnt, war das Wetter nicht ganz so ideal. Es war eigentlich ziemlich warm und der Schnee dementsprechend weich und "patzig", also auch etwas schwierig zum Fahren. Das Schigebiet in Kranjska Gora ist so aufgebaut: vorne gibt es ungefähr 3 oder 4 Pisten, die eher kurz und flach sind, doch man kann mit einem Sessellift so weit hinauffahren, dass man auf die andere Seite kommt. Dort findet man dann die spektakuläreren Pisten (also länger und steiler). Am Vormittag war dieser Verbindungslift leider geschlossen, doch etwas später, konnten wir auch die anderen Pisten nutzen. Der Vorteil dieses eher schlechten Wetters war, dass fast keine Menschenseele auf den Pisten war. Vor allem, als wir nach hinten fuhren, waren wir beinahe alleine. :-)
Ich bin wirklich froh, dass ich mein Snowboard bekommen habe, denn so konnte ich einen sehr tollen Tag mit meinen Freunden verbringen.
Um ca. 15:30 riefen die Mitarbeiter der SOU (die das Wochenende organisiert hatten) Dani an und teilten uns mit, dass sie mit dem Van jetzt wieder abgefahren seien, wir also zu Fuß mit unserer Ausrüstung in die Unterkunft hatschen müssen. Und nachdem es kurz darauf leicht zu tröpfeln begann, beschlossen wir, unseren Skitag zu beenden und wieder zurück zur Unterkunft zu gehen. Dies war zum Teil eine gute und zum Teil eine schlechte Entscheidung. Mitten in unserem Fußmarsch begann es nämlich in Strömen zu regnen - es blitzte und donnerte sogar!!! Wir waren also "waschlnass", als wir endlich unser Ziel erreichten.
Für den Abend war ein Fackelspaziergang angesagt. Ich zog es allerdings vor mich, nachdem ich mich heiß (oder eher lauwarm - mehr ging nicht) geduscht hatte, eine Zeit lang in meinem Bett zu verkriechen, da ich von diesem sportlichen Tag auch ziemlich müde war.
Am Abend war die nächste Party angesagt: Es handelte sich hier um eine "Absinth-Party"... wie der Name schon ankündigt, war das Hauptgetränk also der berühmt-berüchtigte Fenchelschnaps. Ich rührte dieses grausige Gesöff nicht an!!
Diese Party stand eher im Schatten des Vorabends, der ja wie schon erwähnt zum Teil eskaliert ist und es gab keine weiteren Ausschreitungen.

Und dann brach auch schon unser letzter Tag in Kranjska Gora an. Ich denke jeder war froh, heute seine Sachen und sich selber aus dem Haus zu retten - alleine vom Atmen in diesem Gebäude konnte man einen alkoholisierten Rauschzustand erreichen. Jeder der Vorräume war mit Flaschen, Gläsern, Bechern, Chipstüten, anderem Müll und vor allem getränkten Teppichen/Stühlen etc. vollgestellt. Der Boden im ganzen Haus war entweder glitschig (wenn die verschütteten Flüssigkeiten noch nicht getrocknet waren) oder klebte... an meine Schuhe will ich gar nicht mehr denken.
Deswegen verbrachten so ziemlich alle den Vormittag im Freien. Jeder lief in T-Shirts durch die Gegend, da die Temperatur enorm gestiegen war und Spitzen von ca. 21-22 Grad erreichte. Wir spazierten durch die Gegend und setzten uns entspannt in die Sonne.



Um 12:00 beluden wir wieder die Busse und verabschiedeten uns von unserem Wochenenddomizil. Auf dem Heimweg stoppten wir noch in Bled, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten. Maria und ich kosteten dort die für Bled so berühmten "Kremschnittas", mussten jedoch feststellen, dass uns diese Spezialität absolut nicht vom Hocker haut. Dies war für mich bestimmt die erste und die letzte Kremschnitta, die ich konsumiert habe!!

Alles in allem war es ein super Wochenende, das ich lange in Erinnerung halten werde. Trotzdem bin ich froh, wenn ich meine Wäsche (inkl. Schuhe) aus der Waschmaschine nehmen kann und so die letzten grausigen Spuren verwischt sind :-)