Obwohl ich eigentlich sehr viele Dinge für die Uni zu erledigen gehabt hätte, habe ich in den Osterferien in dieser Hinsicht natürlich fast nichts hinter mich gebracht. Deswegen war ich ziemlich in Verzug mit meinen Assignments und so weiter. Trotzdem hatte ich allerdings auch jetzt keine Zeit alles nachzuholen, denn bereits am Tag nach unserer Wiederankunft in Ljubljana traten wir unsere nächste Reise an: PRAG!
Am Donnerstag, den 28.03. traf sich etwa 100 Leute am Parkplatz Dolgi Most (anderes Stadtende), wo uns unsere Buse abholten. Eigentlich sollten wir bereits um 22:00 starten, jedoch kamen wieder mal einige Leute (Franzosen und 3 sehr unsympatische Portugiesinnen, die sich noch nicht sehr viele Freunde machen konnten) am Parkplatz ein. So traten wir bereits mit Verspätung die beschwerliche lange Reise nach Prag an. Sehr störend empfanden wir es, dass immer schon nach 1,5 Stunden eine Pause eingelegt wurde. So wurde man immer, wenn man sich gerade in irgendeine halbwegs angenehme Schlafposition gezwungen hatte und gerade die Augen geschlossen hatte wieder aufgeweckt. Die Pausen sollten dann zwar nur 10-15 Minuten dauern, wurden allerdings durch diverse zu spät Kommende unnötig verlängert.
Am Morgen als alle wieder munter waren machten wir dann nochmal bei einer Raststätte halt. Es wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht sofort in die Unterkunft fahren würden, sondern dass uns unser Bus ins Zentrum von Prag bringt, wo gleich die Stadtführung beginnt. Erst um 15:00 würde er uns wieder abholen und in die Unterkunft bringen. Alles was wir an diesem Tag also brauchen sollten wir uns mitnehmen. So wurde allerhand umgepackt und die ganze Gruppe bewegte sich außerdem auf die Raststätte zu, um sich dort Zähne zu putzen. Natürlich ernteten wir einige verwunderte Blicke, aber Hygiene geht eben vor :-)
Nach 11 quälenden Stunden im Bus und etlichen unnötigen Pausen kamen wir dann also endlich in Prag an. Im Preis inbegriffen war eine Führung durch die Stadt mit einem "professional guide" - naja, dieser professional Guide war halt ein Mitarbeiter der Sou, trotzdem hat er sich jedoch sehr viel Mühe gegeben und hat uns wirklich alle wichtigen Infos gegeben, obwohl ich manchmal am Wahrheitsgehalt seiner Erzählungen gezweifelt habe...
Wir beendeten unsere Stadttour um etwa 12:00 auf der Karlsbrücke. Wir hatten jetzt 3 Stunden Zeit, um uns selbst auf Entdeckungstour zu begeben. Das Wetter war wunderbar in der Tschechischen Hauptstadt und so schlenderten wir noch etwas durch die Straßen. Zu Mittag aß ich zusammen mit Maria, Laura, Emilia und Ascha (eine Polin, von der ich keine Ahnung habe, wie man ihren Namen schreibt) bei Bellini, einem italienischen Restaurant, wo es mir wirklich sehr gut geschmeckt hat.
Eigentlich wollten wir noch ein bisschen shoppen, da sich Prag für diese Freizeitaktivität wirklich ausgesprochen gut eignet, unsere Müdigkeit war jedoch zu groß und dementsprechend niedrig war unsere Motivation. So beschränkten wir uns auf die wirklichen Gebrauchsgegenstände: Socken für Laura und Labello für mich (hatte meinen in meiner Tasche, die ich ja zu Hause in Ktb. vergessen hatte...)
Um 15:00 traf sich die Gruppe wieder beim Pferd beim Hauptplatz und wir wurden vom Bus in die Unterkunft gebracht. Wir waren mit zwei Bussen unterwegs und da die beiden Hälften der Reisegruppe in unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Unterkünften wohnten konnten Maria und ich nicht zusammen mit Laura ein Zimmer nehmen. So quartierten wir uns zusammen mit Laurienne und Sandra (den zwei Französinnen), Uschi aus Wien und Senja aus Mazedonien ein. Unser Zimmer teilte sich zusammen mit 6 Spaniern (oder so) aus dem Nachbarzimmer ein Badezimmer. Das Blöde an diesem Bad war, dass die WC-Tür nicht wirklich für Intimsphäre sorgte, da das untere Ende der Tür ca. in der Mitte des Oberschenkels aufhörte - und das wenn man davor stand!!!! Es war also ziemlich unangenehm, als Frau dieses WC zu benützen...
Nach diesem anstrengendem Tag war noch ein Dinner mit tschechischen Spezialitäten geplant. Auf Umwegen (wir nahmen die falsche Ubahn) kamen wir in dem Restaurant an. Das Essen war eher denkwürdig, wobei ich mir eigentlich sowieso nichts anderes erwartet hatte... Ich aß Marinierten Camembert (tschechische Spezialität????), Gegrilltes Hühnchen mit Pilzen und Reis (etwa 2 Pilze waren dabei) und Apfelstrudel (der war gut).
Anschließend wollte der Großteil der Studenten in einen größeren Klub in der Stadt. Unser Tisch war der letzte, der zum Zahlen kam, deswegen war die Gruppe schon weg und wir hatten keine Ahnung wohin wir eigentlich mussten. Wir fanden jedoch noch ein paar Leute (nämlich die unhöflichen) von der Sou und schlossen uns - wie es den Anschein machte ganz zu ihrem Missfallen - ihnen an. Blöderweise wussten auch die nicht, wo der Klub war und so irrten wir etwa eine Stunde ohne Orientierung durch Prag. Endlich hatten wir den Klub gefunden und stellten fest, dass dafür Eintritt verlangt wurde. Es gab zwar auch noch ein Pub gleich daneben, doch dieses war so voll, dass wir keinen Platz mehr hatten. Also beschlossen wir, unsere Energie für den nächsten Tag/Abend aufzusparen und fuhren nach Hause.
Am folgenden Tag wurde erst mal gut gefrühstückt. Beim Buffet wurden neben den herkömmlichen Dingen wie Brot, Butter, Marmelade, Wurst und Käse auch Kuriositäten wie Paprikajoghurt geboten - das war mir dann in der Früh allerdings doch etwas zu viel zum Kosten :-)
An diesem Samstag stand eine Besichtigung des Prags jenseits der Moldau auf dem Programm. Zu Beginn begaben wir uns nach Strahov zum Spartakiádní Stadion (offiziell Strahov-Stadion), welches noch bis 2002 als das weltweit größte Stadion im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet war. Ich konnte nicht genau herausfinden, warum das jetzt nicht mehr so ist, denn noch wurde lt. meinen Recherchen der Rekord von 300000 Besuchern nicht gebrochen... komisch!!
Danach besuchten wir den Hradschin mit der Burg. Der Hradschin ist übrigens nicht nur die Burg alleine, sondern der ganze Hügel. Dort befinden sich nämlich mehrere Gebäude (unter anderen auch der Veitsdom und die St. Georgs Basilika) und drei Burghöfen die durch kleine malerischen Gassen verbunden sind. In einer dieser Gassen fanden wir auch das Haus von Kafka :-)
Die Führung war wieder recht bald erledigt und wir waren wieder auf eigener Faust unterwegs. Maria und ich schauten uns auf dem Hügel noch etwas um, besichtigten den Veitsdom und trafen uns dann mit Laura, um wieder in die Altstadt zu gehen. Da wir es am Vortag nicht geschafft hatten, wollten wir jetzt versuchen auf Shopping Tour zu gehen, die Kauflust packte uns jedoch nicht und wir schlenderten wieder durch die kleinen belebten Gassen. Am Nachmittag kosteten wir dann noch eine besondere Spezialität auf dem Markt: Trdlos - Teigrollen mit Zucker und Zimt (siehe Fotos), welche uns ausgesprochen gut schmeckten. Sollte ich jemals wieder in Prag sein (was bestimmt vorkommt) esse ich sicher wieder ein Trdlo!!!
Am Abend gingen Maria, Laurienne, Sandra und ich mit einigen aus dem anderen Bus in eine kleine Pizzeria. Bevor wir uns dann in den größten Nachtklub Prags aufmachten, saßen wir noch eine Weile alle (etwa 20 Personen) in der Unterkunft der anderen zusammen. Ungefähr um Mitternacht brachen wir auf und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Leider erwischten wir jedoch die falsche Bushaltestelle und hatten so einen 40-minütigen Fußmarsch zu bewältigen bis wir endlich im Klub ankamen. Die Disko hatte 4 Stockwerke auf denen verschiedene Musikrichtungen gespielt wurden. Wir hatten jede Menge Spaß dort und hielten es auch bis in die frühen Morgenstunden aus.
Trotzdem konnte ich nach diesem langen Tag die letzten paar Meter kaum noch gehen, da meine Füße dermaßen schmerzten.
Um 12:00 sollten wir uns wieder an der Bushaltestelle zur Abreise treffen. Allerdings fehlte eine Person als die Gruppe durchgezählt wurde. Dieser Spanier war auch nicht mehr in der Unterkunft und reagierte auf keine Anrufe. Deswegen fuhr der Bus ab...
Nein natürlich nicht zurück nach Laibach, sondern in ein Shopping Center am Stadtrand, wohin der Typ (ich habe seinen Namen vergessen) kommen sollte. Er hat es blöderweise nicht gefunden und so mussten wir um 14:00 nochmal zurück in die Stadt fahren um ihn abzuholen. So hatten wir wieder mal Verspätung. Dazu kam dann noch, dass wir aus irgendeinem Grund - welcher das war, weiß keiner so genau - in Tschechien nicht auf der Autobahn fuhren sondern bis zur Grenze auf Landstraßen dahingondelten. So waren wir dann erst ungefähr um Mitternacht zurück am Parkplatz Dolgi Most.
Trotz der höchst ungemütlichen Busfahrt war es ein unvergessliches Wochenende und ich werde bestimmt wieder nach Prag fahren. Zumindest haben Maria, Laura und ich schon mal eine Idee im Kopf, dass wir uns nächstes Jahr in dem Cafe wo wir Mojitos tranken wieder treffen werden :-)
Montag, 31. März 2008
Ein Wochenende in Prag...
Eingestellt von
Julia Knapp
um
13:46
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1 Kommentar:
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